Der leichte Jagdbomber / taktische Aufklärer FIAT G 91 Gina

Die FIAT G-91 entstand im Rahmen einer Ausschreibung für ein leichtes Erdkampf-unterstützungsflugzeug als Standardflugzeug der NATO aus dem Jahre 1954. Es sollte bei 5,5 t Flugmasse eine Geschwindigkeit von Mach 0,95 und eine Flugdauer von 1 Stunde erreichen, sowie mit 1000 m Start- und Landebahn auskommen. Der Prototyp flog erstmals am 9.08.1956. Die Fiat G-91 wurde in den NATO-Ländern Italien, BRD, Griechenland, Türkei, später auch in Portugal eingesetzt. In Deutschland wurde die G-91 ab 1959 auch in Lizenz beim “Entwicklungsring Süd” gefertigt. Insgesamt hat die Luftwaffe 314 FIAT G-91 beschafft, von denen 240 in Deutschland gebaut wurden. Der Einsatz erfolgte bis in die zweite Hälfte der siebziger Jahre in den vier Leichten Kampfgeschwader (LKG) 41 bis 44 sowie in dem JBG 49, in der Rolle als Jagdbomben – und als Aufklärungsflugzeug. Die von der Luftwaffe geflogene Version R3 kennzeichnetet besonders der Einbau von 2 MK 30mm statt der 4 MG 12,7mm der Version R4. In der Zweitverwendung war der Einsatz als bewaffneter “Hochgeschwindigkeitsaufklärer” vorgesehen.  Ein Teil der deutschen G-91 waren auch FIAT G-91 T.4 -zweisitzige Trainerflugzeuge.

Spannweite8,56 m
Länge10,26 m
Höhe4,00 m
Flügelfläche16,42 qm
Leermasse3100 kg
Max. Startmasse5850kg
TriebwerkBristol Siddeley "Orpheus 803"
Schub2270 kp
Höchstgeschwindigkeit
in 1520 m Höhe
in Meereshöhe

1080 km/h
1068 km/h
Marschgeschwindigkeit555 km/h (Jabo)
666 km/h (Aufkl.)
Dienstgipfelhöhe12000 m
Überführungsreichweite
Aktionsradius
1840 km
200 - 370 km
Startrollstrecke normal 900 - 1500 m
Landerollstrecke mit Bremsschirm1200 m

Bewaffnung

  • Zwei fest eingebaute 30mm Kanonen DEFA 552 mit jeweils 125 Schuß
  • Raketenwerfer und Bomben an bis zu vier Außenstationen mit einer max. Masse von 1000kg

FIAT G 91 Gina 99 + 01 Werk-Nr. 0060

Die 99+01 Werk-Nummer 0060 ist eine Leihgabe des Militärhistorischen Museums Dresden. Sie wurde 1960 original bei FIAT gefertigt.

Die blaue Maschine mit der Werk-Nr. 91-336
ist 1962 bei Dornier-Heinkel- Messerschmitt (Entwicklungsring Süd) gebaut worden. Die Maschine wurde dem Rothenburger Museumsverein dankenswerter Weise von der Flugausstellung L u. P Junior, Hermeskeil als Leihgabe zur Verfügung gestellt.  Das Flugzeug hatte die Kennung 30+74 und flog in den LKG 44 ; LKG 41 und LKG 43.